16-06-2026

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten

Finishing & Handling – strategisch gedacht

Früher Flaschenhals, heute Erfolgsfaktor

In der Fertigungsindustrie wird vor allem in Laser, Schneidgeschwindigkeit und Automatisierung am Anfang der Produktionslinie investiert. Aber was danach passiert, findet oft weniger Beachtung. Dabei liegt laut Q-Fin – Quality Finishing Machines gerade hier ein starker Hebel für Wachstum. Mit neuen Handling-Lösungen, innovativen Konzepten und einem Podcast will die Firma dafür sorgen, dass Finishing und Handling stärker ins strategische Bewusstsein produzierender Unternehmen rücken.

„Wir spüren, dass die Kombination von Produkthandling und Finishing im Markt etwas bewegt“, berichtet Bart Van Quickelberghe, Manager Q-Fin Handling Solutions. „Viele Unternehmen automatisieren ihre Schneidvorgänge, doch bei der Weiterbearbeitung hakt es. Dieser unsichtbare Flaschenhals, das hat unsere Erfahrung gezeigt, kann jedoch aufgelöst werden.“

Podcast macht komplexe Sachverhalte verständlich

Um dieses Thema besser zu erklären, startete Q-Fin vor Kurzem einen eigenen Podcast. In den Episoden wird dargelegt, weshalb dem Schritt des Finishing lange zu wenig Beachtung geschenkt wurde, und es wird deutlich gemacht, wie manuelle Tätigkeiten das Wachstum produzierender Unternehmen unbemerkt bremsen können. „Nicht der schnellste Laser gewinnt“, so Van Quickelberghe. „Am Ende ist derjenige vorn, der Finishing und Handling strategisch organisiert. Dieser Punkt entscheidet über echte Skalierbarkeit.“

Der Podcast (in niederländischer Sprache) richtet sich an Entscheider in der Führungsetage, an Betriebsleiter und an produzierende Unternehmen, die sich ohne zusätzliches Personal vergrößern wollen. Er zeigt, wie modulare Automatisierung Wachstum ermöglicht, ohne die Fabrik vollständig umbauen zu müssen. Bevor Q-Fin seinen Podcast startete, wurden unter anderem 3D-Modelle und Simulationen eingesetzt, um Technologie verständlicher zu machen. Das Ziel ist immer dasselbe: komplexe Automatisierung in Form praktischer Anwendungen zu demonstrieren.

 

Handling-Lösungen als Wachstumstreiber

Mit smarten Handling-Lösungen analysiert Q-Fin Produktionsprozesse und macht daraus effizientere Workflows. Dabei werden Durchlaufzeiten, Personalausstattung und Qualitätsanforderungen berücksichtigt. Manchmal herrscht noch der Mythos vor, Automatisierung sei teuer. Doch wenn man die Gewinne bei Produktivität, Ergonomie, Qualität und Personaleinsatz betrachtet, ist es oft ein echter Beschleuniger für Wachstum, so Van Quickelberghe.

Wenn Finishing und Handling optimal an die Produktionsbedingungen des Kunden angepasst werden, entsteht ein stabiler Prozess mit konstanter Qualität – ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Mehr Möglichkeiten durch Innovationen im Produkthandling

Innovation bleibt wichtig. Q-Fin entwickelt derzeit neue Software-Tools zur Simulation von Prozessen und baut in der eigenen Produktionshalle neue Anwendungen auf.

Eine dieser Neuerungen ist Qute, eine über drei Achsen (XYZ) steuerbare Handling-Lösung für kleinere Blechteile. Qute füllt die Lücke zwischen dem Q-Bot für einfachere Aufgaben und kleine Teile und der Q-Cell (Ausführung mit Gelenkrobotern oder kartesischen Robotern) für große Teile. Diese Zelle ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und größere Blechformate bei begrenztem Platzbedarf und erhöhter Sicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die Unterstützung für Batch-Verarbeitung, die Ruhe und Übersicht in den Produktionsprozess bringt.

Eine vollständige Linie kann so aussehen: automatisches Beladen mit Qute, Entgraten und Verrunden mit dem F250, Wenden mit einem Qute-Rotator und Entladen mit einem Q-Bot oder einem Rückführband. Dieser modulare Aufbau sorgt für mehr Flexibilität und Skalierbarkeit.

Parallel wird eine Monoline-Variante der Q-Cell entwickelt, die größere Blechteile bis zu 90 kg verarbeiten kann. Dank des offenen Rahmens können spezifische Blechteile weiterhin manuell zugeführt werden, während mehr als 95 % der Produktion vollautomatisch laufen.

Technologie und Menschen arbeiten Hand in Hand

Mit diesen Initiativen setzt Q-Fin seinen Kurs der Automatisierung, Ergonomie und Prozessoptimierung fort. Gleichzeitig wird das Software-Team erweitert, um die digitalen Komponenten in der Produktion zu stärken. „Wir arbeiten an Lösungen, mit denen Unternehmen ohne zusätzlichen Druck auf Menschen oder Betriebsmittel wachsen können“, fasst Van Quickelberghe zusammen. „Finishing und Handling sind heute nicht einfach nur ein letzter Arbeitsschritt, sondern eine strategische Entscheidung.“

Deshalb investiert Q-Fin weiter in Innovation und in seine Leute. Mit neuen Softwareentwicklern wird an der Zukunft der smarten Fertigungsindustrie gebaut.

 „Finishing und Handling sind heute nicht einfach nur ein letzter Arbeitsschritt, sondern eine strategische Entscheidung“